Unter bestimmten Voraussetzungen müssen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für die Liposuktion bei Lipödem übernehmen. Unabhängig vom Stadium des Lipödems. Die chirurgische Fettabsaugung soll zur Linderung der Schmerzen beitragen und eventuell vorhandene Bewegungseinschränkungen beseitigen, um so eine Steigerung der körperlichen Aktivität zu ermöglichen.
Bei einem Body Mass Index (BMI) der Patientin zwischen 32 kg/m2 und 35 kg/m2 ist die Liposuktion nur zulässig, wenn das Übergewicht maßgeblich durch die durch das Lipödem verursachte Fettanlagerung an Beinen und Oberarmen bedingt ist. Davon ist auszugehen, wenn die Waist-to-height-ratio (WHtR) – auf Deutsch „Taille-zu-Größe-Verhältnis“ – je nach Alter – folgende Grenzwerte nicht überschreitet:
Den BMI erhält man, wenn man das Körpergewicht (in Kilogramm) durch das Quadrat der Körpergröße (in Meter) teilt. Einen BMI-Rechner finden Sie hier.
Das Taille-zu-Größe-Verhältnis (WHtR) erhält man, wenn man den Taillenumfang durch die Körpergröße teilt.
Bei einem BMI-Wert von mehr als 35 kg/m2 ist die Liposuktion unzulässig.
Liegt der BMI bzw. der WHtR über den angegebenen Werten, findet zunächst eine Behandlung der Adipositas statt, bis der BMI bzw. der WHtR die angegebenen Grenzwerte nicht mehr überschreitet. Die durch die Behandlung der Adipositas erreichten Werte dürfen in den 6 Monaten vor der Stellung der Indikation zur Liposuktion die Grenzwerte nicht mehr überschritten werden. Als Indikation (Heilanzeige) bezeichnet man in der Medizin den Grund für die Durchführung einer bestimmten ärztlichen Maßnahme, hier: die Liposuktion.
Die Diagnose und die Indikation müssen von zwei verschiedenen (4 Augen) Ärztinnen oder Ärzten gestellt werden. Dazwischen muss ein Abstand von mindestens sechs Monaten liegen, in denen kontinuierlich eine konservative Therapie (zu der keine näheren Angaben gemacht wurden) durchgeführt werden muss. Wenn damit die Beschwerden nicht hinreichend gelindert werden konnten und zudem in dieser Zeit das Körpergewicht nicht zunimmt, darf der Eingriff stattfinden.
Die Diagnosestellung des Lipödems erfolgt durch Fachärztinnen und Fachärzte für
Es sind ausschließlich Ärztinnen und Ärzte mit einer Kassenzulassung berechtigt. Diese können Sie daran erkennen, dass in ihrer Homepage im Impressum neben der zuständigen Landesärztekammer auch die Kassenärztliche Vereinigung genannt ist.
Solche Ärztinnen und Ärzte können Sie hier finden.
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Für eine Diagnose des Lipödems müssen alle folgenden Kriterien erfüllt sein:
Bei der Erhebung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) sollen psychische Faktoren, die im Zusammenhang mit dem Krankheitsbild eine Rolle spielen können, erfasst werden.
Das Vorliegen der im §4 in den Absätzen 2 und 3 der Qualitätssicherungs-Richtlinie zur Liposuktion bei Lipödem aufgeführten Kriterien ist in der Patientenakte zu dokumentieren.
Die Indikationsstellung zur Liposuktion erfolgt durch den operierenden Arzt oder die operierende Ärztin nach Überweisung bzw. Krankenhauseinweisung auf Grundlage der in § 4 Absatz 2 und 3 der Qualitätssicherungs-Richtlinie zur Liposuktion bei Lipödem genannten Diagnosekriterien und Indikationsvoraussetzungen.
Die Durchführung der Liposuktion erfolgt durch
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Bei gesicherter Diagnose „Lipödem“ kann die Indikationsstellung zur Liposuktion erfolgen, wenn ärztlich festgestellt wurde, dass alle folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:
Die Liposuktion kann ambulant in der vertragsärztlichen Versorgung, aber auch stationär im Krankenhaus durchgeführt werden, falls dies nach § 39 Abs. 1 Satz 2 SGB V medizinisch erforderlich ist.
Die Liposuktion zur Behandlung des Lipödems kann
Eine Liposuktionsbehandlung kann mehrere aufeinanderfolgende Teileingriffe umfassen. Mehr als 3.000 ml reinen Fettgewebes pro Teileingriff dürfen nur dann abgesaugt werden, wenn die postoperative Nachbeobachtung über mindestens 12 Stunden sichergestellt ist. Das maximale Fettvolumen, das pro Sitzung entfernt werden kann, beträgt 10 Prozent des Körpergewichtes in Litern.
In einer bereits zuvor abschließend mit Liposuktion behandelten Region darf kein erneuter Liposuktionseingriff durchgeführt werden. „Abschließend“ bedeutet hier, dass das Ziel der Schmerzreduktion erreicht wurde.
Krankenhäuser, die die Liposuktion bei Liposuktion stationär als Kassenleistung durchführen, können Sie evtl. im AOK-Krankenhausnavigator finden. Hier werden Krankenhäuser sowie die Anzahl jährlicher Behandlungsfälle für den gesuchten Eingriff aus dem Strukturierten Qualitätsbericht des jeweiligen Krankenhauses angezeigt.
Wie genau der Weg von Ihrer Entscheidung zur Liposuktion und zu deren Durchführung Schritt für Schritt verläuft, zeigen wir Ihnen hier.