Aktuelles zum Lipödem

Oktober 2026

Online-Befragung über die Lebensrealität von Frauen mit Lipödem

Das Institut für Gesundheitsversorgungsforschung und Klinische Epidemiologie (IGVE) der Philipps-Universität Marburg führt eine Online-Befragung zur Lebensrealität von Frauen mit Lipödem durch. Der Fragebogen enthält Fragen zu:

  • Ihrer Lipödem-Erkrankung und Ihrem Diagnoseweg,
  • Ihren Erfahrungen mit Ärzten und Ärztinnen,
  • Ihrem seelischen Wohlbefinden,
  • Ihrem Essverhalten,
  • Ihrer Lebensqualität sowie
  • einigen allgemeinen Angaben zu Ihrer Person.

Die Bearbeitung dauert etwa 20-25 Minuten. Die Teilnahme ist freiwillig. Die Befragung kann jederzeit ohne Angabe von Gründen beendet werden. Link zur Online-Befragung:
https://redcap.kks.uni-marburg.de


September 2026

LipöWAS? – Wenn aus einem Fragezeichen ein Gespräch wird

„LipöWAS?“ Diese Reaktion kennen viele Frauen mit Lipödem. Obwohl die Erkrankung ihren Alltag prägt, begegnen ihnen Unwissen, vorschnelle Urteile und oft ein langer Weg bis zur Diagnose. Die LipödemGesellschaft e. V. will das ändern: mit einer Kampagne, die Wissen vermittelt und vor allem die Menschen hinter der Diagnose sichtbar macht.

Begonnen hat LipöWAS? als Studienprojekt an der Hochschule der Medien Stuttgart. Kim Grassmugg und Andreas Klier suchten ein gesellschaftlich relevantes Thema. Im Gespräch mit betroffenen Frauen wurde ihnen klar, wie weit die Folgen eines Lipödems über sichtbare Veränderungen hinausreichen: Schmerzen, Therapieaufwand und tägliche Planung treffen auf Blicke und Kommentare, die zusätzlich belasten. Zusammen mit dem Fotografen Vincent Marcel Frank entwickelten sie eine Bildsprache, die Frauen nicht auf ihre Erkrankung reduziert. Aus der Studienidee wurde gemeinsam mit der LipödemGesellschaft eine bundesweite Aufklärungskampagne.

18 Frauen bewarben sich als Kampagnenmodels, 8 standen beim ersten Shooting in Stuttgart vor der Kamera. Sie zeigen sich mit ihren Persönlichkeiten und Geschichten: selbstbewusst, unterschiedlich und verbunden. Ihre Bilder stellen Fragen und laden dazu ein, genauer hinzusehen. LipöWAS? setzt auf Begegnung statt Mitleid und verbindet starke Motive mit verständlichen Informationen zum Lipödem.

In 8 Städten – Berlin, Hamburg, Stuttgart, Wiesbaden, Darmstadt, Marburg, Bottrop und Bautzen – tragen Selbsthilfegruppen und Engagierte die Kampagne in den öffentlichen Raum. Plakate, Postkarten, Flyer, Roll-ups, persönliche Gespräche und Aktionen vor Ort machen aus Aufmerksamkeit einen Austausch. Mehr als 40.000 Materialien und fast 100 Roll-ups wurden bereits für die Kampagne auf den Weg gebracht. Die Aktionen sind ein Anfang: LipöWAS? soll auch in weiteren Regionen sichtbar werden.

Gerade Sanitätshäuser und Physiotherapiepraxen können viel bewegen. Dort begegnen Fachkräfte betroffenen Frauen regelmäßig und erleben, welche Fragen und Belastungen sie mitbringen. Ein Kampagnenmotiv im Schaufenster, ein Aufsteller im Empfangsbereich oder Informationsmaterial im Wartezimmer eröffnet Gespräche. Wer mit einer örtlichen Selbsthilfegruppe eine kleine Aktion oder einen Informationsabend organisiert, schafft zusätzlich einen Ort für Austausch und Orientierung. Auch Selbsthilfegruppen können Motive teilen, Materialien verteilen, lokale Kontakte ansprechen und ihre eigenen Erfahrungen einbringen.

Unser Wunsch ist einfach: Schauen Sie hin, sprechen Sie mit Betroffenen und machen Sie mit. Fragen Sie bei der LipödemGesellschaft nach Kampagnenmaterial und Möglichkeiten zur Beteiligung. Jede Praxis, jedes Sanitätshaus und jede Selbsthilfegruppe kann dazu beitragen, dass aus „LipöWAS?“ ein „Jetzt verstehe ich mehr“ wird.

Mehr Informationen und Materialbestellung:
www.lipoewas.de www.lipoedem-gesellschaft.de · info@lipoedem-gesellschaft.de


24.01.2026

Verlängerung der Liposuktion
bei Lipödem Stadium III

Der Bewertungsausschuss (BA) hat beschlossen, dass die Liposuktion bei Patientinnen mit Lipödem im Stadium III bis zum 30. Juni 2026 weiterhin zulasten der gesetzlichen Krankenkassen durchgeführt werden darf. Bislang galt die befristete Regelung bis zum 31. Dezember 2025. Hintergrund ist ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesauschusses (G-BA) zur Aufnahme der operativen Fettabsaugung bei Lipödem – unabhängig vom Stadium der chronischen Erkrankung – in die Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung. Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.kbv.de/documents/infothek/rechtsquellen/bewertungsausschuss/ebm/2026/ba-818-liposuktion.pdf



08.12.2025

Es ist unsicher, WANN die Liposuktion für alle drei Stadien des Lipödems Kassenleistung wird

Am 17. Juli 2025 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, dass die Liposuktion unter bestimmten Bedingungen auch für die Stadien I und II des Lipödems Kassenleistung wird. Bislang ist die Liposuktion nur bei einem Lipödem im Stadium III und als befristete Ausnahmeregelung eine Kassenleistung.

Bevor die Liposuktion auch im Stadium I und II eine ambulante Kassenleistung ist, müssen vom Bewertungsausschuss der Ärzte und Krankenkassen die Abrechnungsziffern im sogenannten Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) festgelegt werden. Der G-BA meinte am 17. Juli 2025, dass die EBM-Ziffern bis zum 1. Januar 2026 feststehen werden. Von deren Höhe wird dann abhängen, ob und wie viele Krankenhäuser und Vertragsärzte bereit sind, die Liposuktion als Kassenleistung anzubieten.

Am 4. Dezember 2025 schreibt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Der entsprechende Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Aufnahme der operativen Fettabsaugung bei Patientinnen mit einem Lipödem – unabhängig vom Stadium der chronischen Erkrankung – in die Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung ist Anfang Oktober in Kraft getreten. Jetzt hat der Bewertungsausschuss sechs Monate Zeit, den EBM anzupassen.

Hoffentlich geht es mit der Liposuktion bei Lipödem als Kassenleistung nicht so wie mit dem Disease-Management-Programm (DMP) Adipositas: Am 1. Juli 2024 hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, dass gesetzliche Krankenkassen sofort regionale Verträge mit Vertragsärztinnen und Vertragsärzten und/oder Krankenhäusern für eine bessere Versorgung von Menschen mit krankhaftem Übergewicht schließen. Aber bis heute ist von dem DMP Adipositas weit und breit nichts zu sehen!







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